Willkommen in Schadeck

Lieber Gast,
wir danken für Ihren Besuch auf unserer Website und würden uns freuen, wenn wir Sie so gespannt auf Schadeck machen könnten, dass Sie uns auch in der Realität aufsuchen.

Schadeck liegt auf der Westerwaldseite der Lahn im Nordwesten Mittelhessens auf einem Höhenrücken zwischen Lahn und Westerwald, da, wo die Lahn eine sanfte Schleife nach Norden macht, etwa 12 km lahnaufwärts von der Kreisstadt Limburg und etwa 50 bis 100 m oberhalb-gegenüber der Stadt Runkel, in die es 1970 eingemeindet wurde. Von Schadeck aus kann man über die Höhen des gegenüberliegenden Taunus bis zum Feldberg (ca. 35 km Luftlinie) schauen und wenn man sich um 180 ° dreht, sieht man die Höhen des Westerwaldes vor sich aufsteigen. Von den höheren Ortslagen aus kann man den Limburger Dom und dahinter im Westen die Schaumburg erblicken.

Die Domstadt Limburg liegt 12 km im Westen von Schadeck, die barocke Residenzstadt Weilburg 15 km im Osten.

Da der Höhenzug, auf dem Schadeck liegt, der Lahnschleife folgt, beschreibt er ein nach Süden offenes „U“, so dass Schadeck viel Sonnenschein erhält. Früher wurde auf dem Abhang zwischen Schadeck und der Lahn Jahrhunderte lang Rotwein angebaut, der „Runkeler Rote“. Zur Zeit sind einige junge Winzer dabei, den Weinanbau neu zu beleben.

Im Jahre 1276 wurde das Schloss Schadeck von Heinrich von Runkel-Westerburg erbaut, da dieser mit seinem Vetter Siegfried von Runkel-Westerburg ständig Streit hatte und nicht mehr mit ihm gemeinsam die Burg Runkel nutzen konnte.

Er baute deshalb hoch über Runkel auf der anderen Seite der Lahn auf einem ECK des Felsens ein eigenes Schloss, dem Runkeler zum SCHADen. 1288 wird Schadeck erstmals urkundlich erwähnt.

1346 erhielt Schadeck Stadtrechte, das heißt, dass der Ort von einer Stadtmauer umgeben sein musste und Markt- und Gerichtsrechte erworben wurden. Trotzdem blieb Schadeck immer eher klein und unbedeutend.

Nur das Schadecker Schloss hat die Jahrhunderte überdauert, denn 1765 traf Schadeck ein besonderes Unglück.

Am 8. Juni Nachmittags um 18 Uhr zündete ein Blitz eine Scheune an, und innerhalb von 12 Stunden brannten 56 Gebäude bis auf die Grundmauern nieder.

Außer Schloss und Kirche (gebaut 1682-91) lag die ganze Stadt in Schutt und Asche. Zur Erinnerung an dieses Unglück werden bis heute am 8. Juni, dem Brandtag, drei Gottesdienste abgehalten

In den verschiedenen Kriegen, dem 30-jährigem, dem österreichischen Erbfolgekrieg, dem siebenjährigen und den napoleonischen Kriegen wurde Schadeck mehrmals geplündert und verwüstet. Es zogen Preußen, Franzosen, Hannoveraner, Österreicher und Engländer und immer wieder Franzosen über die heute noch so genannte Heerstraße durch Schadeck und ließen alles mitgehen, was sich tragen ließ. Auch die Oberherrschaft wechselte immer wieder, so war Schadeck zeitweilig französisch (Herzogtum Berg) und preußisch.

In den Kriegen des 20. Jahrhunderts war der Blutzoll unter den Schadecker Soldaten besonders hoch. Am Ersten Weltkrieg zwischen 1914 und 1918 nahmen 111 Soldaten teil (etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung von 460 Einwohnern), von denen 17 an den verschiedenen Fronten fielen, das heißt ca. 15 %. Am Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 nahmen bei einer Gesamtbevölkerung von 537 Einwohnern 120 Soldaten teil, von denen 46, das heißt ca. 38 %, umkamen. Eine Gedenktafel an der Schlossmauer neben der Kirche erinnert an diese Gefallenen.

Zur Zeit hat Schadeck etwas über 1.000 Einwohner, von denen etwa die Hälfte im arbeitsfähigen Alter sind. Noch bis in die 50er Jahre hinein war in Schadeck die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig. Heute gibt es nur noch wenige bäuerliche Betriebe. Zwei Gaststätten, eine davon mit Beherbergung, eine Bäckerei, zwei Fleischereien (eine davon mit Produkten vom eigenen Hof), zwei Pensionen, eine Kornbrennerei und einige Dienstleistungsunternehmen bieten der Bevölkerung keine ausreichende Grundlage für den Broterwerb, so dass die meisten arbeitenden Schadecker ins Rhein-Main-Gebiet pendeln müssen.

Die beiden Gaststätten sind weit über Schadecks Grenzen hinaus bekannt. Das Landhaus Schaaf, das 1995 neu gebaut wurde, bietet 70 Gästen Unterkunft und Tagungsräume für bis zu 200 Personen, außerdem weit bekannte frische Landküche mit Spezialitäten. Die andere Gaststätte gehört der koreanischen Familie Woo und bietet beliebte koreanische Spezialitäten. Auch die Kornbrennerei Mannes stellt in weitem Umkreis beliebte Schnäpse her.

Schadeck hat sechs Verbände und Vereine, die nicht nur ein reges Vereinsleben pflegen, sondern auch dörfliche Feste ausrichten. Die freiwillige Feuerwehr widmet sich nicht nur dem Brandschutz, sondern auch der Jugendarbeit. Der TV Schadeck unterhält einen Fußballplatz und einen Tennisplatz mit 2 Sandplätzen. Beide Abteilungen beteiligen sich an den Punktspielen ihrer Klasse in verschiedenen Altersstufen. Außerdem führen sie Vereinsmeisterschaften und Turniere durch. Die Fußballabteilung richtet jährlich ein „Bürgerfußballturnier" aus, das lebhaften Anklang findet.

Der Gemischte Chor Concordia gibt mehre Konzerte im Jahr und gestaltet Festgottesdienste mit. Der Kleintierzuchtverein veranstaltet jährlich eine Ausstellung mit Prämierung der gezüchteten Tiere.

Der Landsknechthaufen zu Schadeck hat sich der Pflege des Brauchtums verschrieben. Sie tragen zu öffentlichen Anlässen Landknechtsuniformen und –waffen, die nach alten Bildern und Beschreibungen hergestellt wurden. In dieser Kluft nehmen sie an vielen historischen Treffen im In- und Ausland teil. Jährlich richten sie das Erntedankfest für alle Schadecker aus, an dem sie auch für Spiele und Spaß für die Kinder sorgen. Der Heimatverein kümmert sich um die Sicherung der Zeugnisse der Vergangenheit. Zur Zeit versucht er eine Chronik der Nachkriegsjahre zu erstellen. Ferner veranstaltet der Verein jährlich einen viel besuchten Mundartwettbewerb und die Nikolausfeier für die Schadecker Kinder im Schlosshof.

Entweder im Wechsel oder unter Beteiligung aller Vereine wird alle zwei Jahre ein Weinfest im romantischen Ambiente des Schlosshofes ausgerichtet und jährlich am dritten Wochenende im Oktober die Schadecker Kirmes.

In der Umgebung gibt es viele Spazier- und Wanderwege, an vielen Stellen stehen Bänke, um die schöne Aussicht in Ruhe genießen zu können.

Alles in Allem, es lohnt sich in Schadeck zu leben  – und sei es auch nur für kurze Zeit auf Besuch!

Monica Müller
(Ortsvorsteherin)