Willkommen in Steeden

Hallo lieber Gast,
wir, der Ortsbeirat Steeden, begrüßt Sie recht herzlich auf der Internetseite des Stadtteils Steeden.

Ebenso heißen Sie alle Steedener Bürger nebst den Kirchengemeinden und den Steedener-Ortsvereinen willkommen.

Wir würden uns sehr freuen, Sie einmal persönlich in unserem schönen Dorf willkommen heißen zu dürfen.

Ortsgeschichte

Steeden liegt an einem hufeisenförmigen Bogen der Lahn, der nach Süden geöffnet ist; hier beginnt das Limburger Becken. Durch die Lage zwischen Lahn und dem Höhenzug des westerwaldseitigen  Lahnhanges hat sich Steeden zu einem Reihendorf entwickelt. Mit ca. 1550 Einwohnern ist es der drittgrößte Stadtteil der Stadt Runkel.

Erstmals wurde Steeden im Jahre 1258 erwähnt in einer Urkunde, in der Siegfried von Westerburg und Graf Otto von Nassau sich wegen Fischerei und Wildbann verständigen, in welcher ein Marquard von Steden genannt ist.

Der Ortsname Steeden lässt sich vom Wort „Gestade“ („Ufer“) herleiten und hat sich über „stedi - Stedin“, was im Althochdeutschen dem Wort entspricht, zu dem Namen Steeden entwickelt.

In Steeden bewegt man sich auf  prähistorischen Boden. Weltberühmt sind die beiden Höhlen „Wildscheuer“ und „Wildhaus“. Die nach Südwesten offene Wildscheuerhöhle war am Eingang 6 m breit und 7 m hoch und führte 18 m tief in den Berg hinein. Die Höhle Wildhaus lag etwa 65 m südlich der Wildscheuerhöhle. Es handelte sich den Maßen nach eher um eine Felsspalte (54 cm breit, 3,5 m hoch, etwa 11 m tief), die bereits 3 m nach dem Eingang nur noch auf Knien begangen werden konnte.

Am Fuße des „Wildhauses“ lag ein viereckiger Felsblock mit einer kopfgroßen Vertiefung, das sog. „Wildkesselchen“, darin stand immer Wasser, welches nie versiegte.

Gegenüber den Höhlen sah man den sog. „Wild-Pütz“, ca. 20 Fuß tief.

Die Höhlen fielen mitsamt dort noch liegender steinzeitlicher Fundstücke in den 1950er- Jahren dem Kalkabbau zum Opfer.

Außerhalb der Löhrbachschlucht, neben der Straße nach Hofen, entsprang eine schwache Quelle, der „Wildborn“, der, so hat man überliefert: „Gar heilsam sei für die Augen.“

Die Höhlen sind in der Alt- und Mittelsteinzeit gleichzeitig von mehreren Familien bewohnt worden. Die Bewohner - es waren Cro – Magnon - Menschen mit fliehender Stirn, starken, hervortretenden Backenknochen, mächtigen Gebiss und besonders langen Armen - hatten ein Matriarchat ausgebildet: „Eine der ältesten Frauen war Vorsteherin.“ Die Jagd auf die Großformen der damaligen Tierwelt lichtete ständig die Zahl der Männer. Die Landschaft trug die Merkmale der Steppe mit vereinzelten Baumgruppen - der Wald fehlte. Die Vertreter der Pflanzenfresser waren zahlreich: „Mammut, Rentier, Rhinozeros, Wildpferd, Wildesel, Auerochse, Riesenhirsch u.a.m.. Auch Höhlenlöwe und Höhlenbär fanden genug Nahrung.

Im 30-jährigen Krieg lag Steeden im Durchmarschgebiet der verschiedenen Heere. Insbesondere ein vom kaiserlichen Heer errichtetes Feldlager zwischen Runkel / Schadeck, Dehrn, Ahlbach und Niedertiefenbach vernichtete fast vollständig die Existenz der Steedener Einwohner. Die durch Eilmärsche erschöpften Soldaten nahmen alles was sie gebrauchen konnten: „Es wurde alles geraubt, die Früchte wurden ausgedroschen, das Vieh geschlachtet, die Fachwerkhäuser in den betroffenen Ortschaften wurden abgebrochen und verfeuert.“ Dadurch kam es in Steeden zu Hungersnöten, zum Überleben war man gezwungen sein Ackerland an Bauern der nicht betroffenen Orte zu verkaufen.

Hierdurch wurden damals insbesondere einige Hofener - Bauern reich und erhielten einen Grossteil des Ackerlandes der Steedener. Damit lässt sich erklären, warum Steeden heute noch eine der kleinsten Gemarkungen der Gesamtstadt Runkel besitzt. Da durch die damalige Armut die Steedener - Bürger sich und ihre Kinder fast nicht ernähren konnten und teilweise auf Almosen angewiesen waren, erhielten sie zudem noch den „Ortsnecknamen“ die „Steedener - Kuckucke“.